AUSSDA @ PUMA-Symposium 2017

17.10.2017

Beim PUMA-Symposium vergangene Woche stand die Frage im Zentrum, ob und inwieweit Zufallsstichproben weiterhin den Gold-Standard der empirischen Forschung darstellen. Mitglieder des AUSSDA-Teams diskutierten mit.

Die JKU Linz veranstaltete das dritte Symposium der Plattform für Umfragen, Methoden und empirische Analysen (PUMA), welches ganz im Zeichen der Themen Stichprobenverfahren und Repräsentativität stand.

Das AUSSDA-Team – vertreten durch Lena Raffetseder, Otto Bodi-Fernandez und Dimitri Prandner – brachte den 60 Gästen mit einem kurzen Vortrag die Angebote von AUSSDA näher, während sich die wissenschaftliche Debatte auf die Qualitätsunterschiede zwischen Zufallsstichroben und anderen Stichprobenverfahren fokussierte.

Nachvollziehbarkeit der Daten

Ein Thema dem sich AUSSDA mittels der genauen Dokumentation von Metadaten annimmt. Denn die Qualität empirischer Sozialforschung ist eng mit Fragen der Datenerhebung und der transparenten Darlegung des Forschungsprozesses verknüpft.

Daher werden von AUSSDA neben den zu archivierenden Datenbeständen und Dokumentationen auch die Metadaten gesammelt, um so Ursprung und Güte archivierter Projekte transparent und nachvollziehbar darzulegen. Denn dokumentierte Erhebungsmodi lassen nicht nur Rückschlüsse auf die Qualität von Daten zu, sondern geben auch Einblick in die Kontextbedingungen, unter denen Projekte durchgeführt wurden.

Qualitätskriterien in der Umfrageforschung

Dies war auch Ausgangspunkt der mitreißenden Keynote von Ulrich Kohler, Professor für Methoden der empirischen Sozialforschung an der Universität Potsdam. Dieser illustrierte wieso Qualitätskriterien für empirische Sozialforschung nicht absolut sein können, sondern über forschungsgegenständliche Rahmenbedingungen erschlossen werden müssen. Mit pointierten Aussagen diskutierte er Probleme der praktischen Forschung bei Rücklaufquoten, Nicht-Zufälligen Ausfällen und das Überstrapazieren des Repräsentativitätsbegriffes.

Darauf folgten zwei Panels mit fünf Vorträgen, die sich mit unterschiedlichen Aspekten der Stichprobenziehung und Fragen der Repräsentativität aus statistischer, soziologischer, aber auch forschungspraktischer Sicht annahmen.

Zwei Tage vor der Wahl: Wie repräsentativ sind Wahlumfragen?

So lautete der Titel der abschließenden Podiumsdiskussion mit Sylvia Kritzinger (Universität Wien; Leiterin von PUMA), Martin Weichbold (Universität Salzburg) sowie den Markt- und Meinungsforscherinnen Edith Jaksch (Jaksch & Partner) und Eva Zeglovits (IFES). Das Gespräch thematisierte die Probleme der Schwankungsbreiten, die Angst als einzige ein abweichendes Umfrageergebnis zu publizieren, die Blackbox der Feldphase, die Gewichtung von Daten und auch die wichtige – oftmals unterschätze – Arbeit der Interviewenden. Einig waren sich alle aber vor allem dabei, dass eine repräsentative Umfrage nicht das Wahlergebnis vorwegnehmen kann, sondern am ehesten Trends und Entwicklungen erfasst.

Die Teilnehmenden der Podiumsdiskussion (von links): Martin Weichbold, Eva Zeglovits, der Moderator Johann Bacher, Sylvia Kritzinger und Edith Jaksch. (Foto: Dimitri Prandner)